Namibia Individual Reiseblog
SO INDIVIDUELL IST EINE NAMIBIAREISE

Geführte Safari

06.08.2018

Designed by Nature: Dinge und ihre Geschichte entdecken 

GEFÜHRTE SAFARI

Geführte Safari auf dem River Kwando.

Es begann mit einer Wasserlilie. Justus unser Guide der Nambwa Tented Lodge fischte sie geschickt aus dem Wasser des Kwando der Zambezi-Region. Für die Planung einer geführten Safari waren wir auf dem Weg zum Partnerdomizil, der Kazile Island Lodge … mit wenigen Handgriffen verwandelte Justus den Pflanzenstiel zu einem Strohhalm, der das Wasser filtert. Praktisch. Wie schön solche Produkte der Natur sind, zeigte er uns auch und lenkte den Blick auf Gestaltung für den Alltag in Namibia. Dieser Blog beleuchtet Handwerk und Design – gestern, heute und morgen ...

Inhalte

  • Unser Guide berichtet, was die Einwohner der Sambesi-Region Nützliches mit der Natur herstellen
  • Ein Besuch der „lebenden Museen“ ist anregend und berührend
  • Das Namibia Craft Center in Windhoek zeigt Design und weist in die Zukunft

Geführte Safari: Namibias Natur mit anderen Augen betrachtet

Das Wort Safari leitet sich vom arabischen safar ab und bedeutet: Reisen. Die Version als geführte Safari in Namibias Natur leitet die Wahrnehmung der Reisenden perfekt auf Details. Unsere Gäste mögen genau diesen Urlaub, weil sie sich nicht um alles selber kümmern müssen. Wir haben es auch genossen, von einem fachkundigen Guide Flora und Fauna erklärt zu bekommen.

Im Juni 2018 war es wieder soweit. Wir besuchten die Zambezi-Region – besser bekannt als Caprivi-Streifen. Diese Reise bot uns Spektakuläres wie die Begegnung mit einer Herde von rund 50 Elefanten. Friedlich kreuzten Sie unseren Weg zum Airstrip … oder besser gesagt: wir überquerten ihren Jahrtausende alten Pfad. Dieses Mal nahmen wir aber auch die Fährte zu einem ganz neuen, auf den ersten Blick unscheinbaren Ziel auf: dem Alltag der Einheimischen. Welche Utensilien schaffen sie aus Rohstoffen, die in der Natur zu finden sind? Unser Guide Justus brachte uns auf dieses Thema. Er zeigte zunächst, was man alles aus einer tagblühenden Wasserlilie machen kann. Bis dato erfreuten wir uns lediglich an Ihrer Schönheit in der natürlichen Umgebung. Die entfaltet sie aber auch als Schmuck. Dafür wird der Stiel so geknickt, dass er wie eine Gliederkette funktioniert. Männer zupfen die Blätter ab und die gelben Pollen tragen sie als symbolische Sonne um den Hals. Frauen legen mehrere Blütenketten als Gürtel um die Taille. Schließlich werden Hochzeitsgeschenke mit den Lilien dekoriert. 

Pflanzen: Alleskönner des natürlichen Produktdesigns

Am Ufer des Kwando entdeckten wir auch Papyrus und Schilf. Daraus werden Zäune gearbeitet. Das Sammeln der Stauden ist nicht ganz ungefährlich: Manch einer wird dabei vom Krokodil gebissen … da schaut man sich während der geführten Safari lieber nach Broom Grass um. Das wächst im südlichen Afrika überall. Je nach Lichteinfall breiten die Silber schimmernden Blüten einen seidenen Teppich über der kargen Landschaft. Einmal geerntet, ist Schluss mit der schönen Poesie: Wie der Name schon sagt, eignet sich das hoch wachsende, robuste Gras für Besen. Kombiniert mit schwarz gefärbten Palmblättern – dafür verwendet man die Beeren des Jackalberry –  werden Körbe aus Broom Grass geflochten. Ein Utensil, dem man überall im Laufe einer geführten Safari begegnet. 

Wirklich verblüfft hat uns die Verwendung von Borke des Knob Thorn. Stamm und Äste sind überzogen mit abgerundeten Dornen, die Knöpfen ähneln. Mit dieser Rinde kann man sich die Haare kämmen! Bündelt man die Borke und entzündet innen ein Feuer, entsteht Asche, die pulverisiert aufgetragen die Haare pflegt. 

Auf dem Gelände der Nambwa Tented Lodge wachsen außerdem Sausage Trees. Genau: Die Früchte ähneln langgezogenen Würsten – zumindest aus der Weite betrachtet. Gekocht, hemmt der Fruchtsaft eine Zahnentzündung. 

„Ich könnte euch noch soviel darüber berichten, was wir hier mit der Natur Nützliches herstellen: Das Notizbuch würde nicht ausreichen“, versichert Justus am Ende unserer geführten Safari und wir glauben ihm gerne.

Living Museum: Die geführte Safari zeigt, wie Namibia traditionelle Lebensart bewahrt 

Von der Nambwa Tented Lodge ist ein Ausflug in die kulturelle Vergangenheit Namibias möglich. Einige Kilometer entfernt liegt Mafwe, das „Lebendige Museum“. Es ist eins von insgesamt sechs Projekten, das traditionelle Kultur authentisch darstellt. Die Bewohner des Dorfs leben die Mafwe Kultur der vorkolonialen Zeit. Besucher erhalten Einblick in Riten, Handwerk, soziale Strukturen, Essgewohnheiten der Mafwe – einige Programmpunkte sind interaktiv gestaltet.

Träger ist die Living Culture Foundation Namibia, eine gemeinnützige deutsch-namibische Organisation. Die Vermischung oder sogar der Verlust ursprünglich afrikanischer Kultur durch die Kolonisierung Namibias wird hier konstatiert und in kleinen Schritten aufgearbeitet. Das Projekt wirkt sowohl in Richtung der Namibier wie der ausländischen Besucher, die das Living Museum als Programmpunkt ihrer geführten Safari erleben. Die Darstellung traditionellen Lebens berührt den Gast und regt sicherlich zum Nachdenken an. Einen Vergleich mit den Ausführungen von Justus wollen wir nicht anstellen. Was ist authentischer? Darum geht es nicht. Der Respekt und die Freude an Namibias Kultur macht jede Beobachtung und jedes Gespräch wertvoll.

Craft Center Namibia: Die Kraft der Gegenwart

Vom Gestern springen wir ins Heute und in einen gute Zukunft Namibias: Im Herzen von Windhoek öffnet seit 1990 das Namibia Craft Center seine Tore. Im Laufe der Jahre wurde es umgebaut, erneut und heute gibt das Haus einen wunderbaren Überblick zu Kunsthandwerk sowie Design made in Namibia. Ausgewählte Kreative sowie traditionelles Kunsthandwerk wird als Shop-in-Shop Prinzip präsentiert und erinnert an eine permanente Messe. Was man nicht sieht: Diese Initiative gibt vielen Menschen, auch in entlegenen Regionen, Arbeit und somit Zukunftsperspektive. Holzarbeiten, Töpfern, Textiles, Schmuckgestaltung … die kreative Opulenz macht Freude! Die Geschmäcker sind verschieden, aber hier findet wirklich jede und jeder ein Souvenir – ein schöner Abschluss der geführten Safari durch Namibia. Man sollte sich allerdings Zeit nehmen für den Besuch. Bei einem längeren Aufenthalt ist für Stärkung gesorgt. Wir empfehlen gerne das Craft Café, wo Herzhaftes und Süßes serviert wird. Verpassen kann man nichts, denn das Haus ist täglich geöffnet.

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